Die besten Tipps und Techniken für schönere Landschaftsbilder

Die Fotografie ist nicht nur ein weites Feld, sondern auch ein Bereich, in dem persönlicher Geschmack gemeinsam mit technischer Finesse zu atemberaubenden Ergebnissen führen kann. Während viele Fotografen ihre Berufung in der People Fotografie sehen, fordert auch die Landschaftsfotografie durchaus hohes Know-How. Einfach so lassen sich vielfältige Landschaften oder auch Landschaftsdetails nicht einfangen, denn zu komplex ist das Zusammenspiel aus Technik, Ausgangssituation und Komposition. Umso mehr lohnt es sich daher, vor dem ersten Fotografieren einige wichtige Tipps und Details kennenzulernen.

Die Komposition eines guten Landschaftsbildes

Landschaftsbilder Komposition

Alle vorgenommenen Einstellungen und auch das richtige Equipment machen noch lange keine schöne Landschaftsaufnahme. Nun nämlich kommt der künstlerische Aspekt zum Tragen. Die Zusammenstellung einer guten Landschaftsaufnahme sollte nicht nur auf ein angenehmes Bild abzielen. Viel wichtiger kann es sein, dass die Fotografie Emotionen zu bündeln und an den Betrachter auszusenden weiss. Es ist möglich, solche Bilder entstehen zu lassen, wenn der Fotograf sich ausreichend Zeit nimmt, um Bildausschnitt, Ort und natürlich auch Motiv auszuwählen. Es lohnt sich also, schon vor dem Fotografieren mit einer emotionalen Wachheit an die Situation heranzugehen und in scheinbare Nichtigkeiten das Besondere hinein zu interpretieren. Wer dies in seiner Fotografie transportieren kann, hat es geschafft.

Die Stimmung einer Fotografie variiert stark je nach Tageszeit, Jahreszeit und Lichteinfall. Die Unterschiede, die hier entstehen können, sollten Fotografen einmal selbst ausprobieren. Die Schlichtheit eines Wintertages steht beispielsweise in extremem Kontrast zur Lebensfreude eines sonnigen Sommertages.

Wenden Fotografen den Blick nach oben und beachten sie auch die Wolken am Himmel für die Komposition ihres Bildes, erhält die spätere Fotografie eine stimmige Aussage. Von dichten, grauen Wolken bis hin zu einem wolkenlosen Blau können traurige, epische oder auch fröhliche Aufnahmen entstehen.

Platz für Kreativität bieten ausserdem natürliche Besonderheiten. Spiegelnde Wasserflächen, Nebelschwaden und natürliche Kontraste machen Aufnahmen aufgrund ihrer Einprägsamkeit wirkungsvoller.

Eine gute Landschaftsaufnahme besteht zudem grundsätzlich aus verschiedenen Ebenen. Schaffen es Fotografen, einen Vordergrund, eine Mittelebene und einen Hintergrund in ihre Fotos einzubauen, sind hochwertige Bilder vorprogrammiert. Entscheidend hierbei ist es auch, auf welche Ebene sich der Fotograf besonders konzentrieren möchte. Auch an dieser Stelle sollte mit einer kleinen Blende gearbeitet werden, um eine hohe Tiefenschärfe zu generieren.

Fotografen, die besondere Stimmungen schätzen und romantische oder auch bedrohlich wirkende Bilder erschaffen wollen (variiert wieder je nach Lichtstimmung), können die Effekte des Gegenlichts ausnutzen. Vor diesem Licht, das beispielsweise ein Sonnenuntergang sein kann, wirken Häuser Bäume oder auch Kühe auf einer Weide schwarz und heben sich auf besondere Art und Weise ab. Noch eindrucksvoller kann eine solche Aufnahme wirken, wenn die Kamera möglichst tief angesetzt wird.

TIPP: Experimentierfreudige Fotografen sollten ein und dasselbe Motiv zu unterschiedlichen Tageszeiten fotografieren, um einen Blick für Lichtstimmungen zu bekommen.

Experten TIPP: Der Goldene Schnitt als theoretische Hilfe für die Komposition von Landschaftsbildern ist beliebt und bewährt sich auch bei diesen. Fotografen, die sich diese Technik zu nutze machen möchten, sollten sich stets ein Raster vorstellen, das über der zu fertigenden Fotografie liegt. Dieses Raster besteht aus neun genau gleich grossen Rechtecken, die das gesamte Bild ausfüllen. Der Horizont kann in einem Landschaftsbild mit dieser Hilfe perfekt platziert werden, indem er auf die obere der beiden Waagerechten gelegt wird, die das Raster zeigt. Einige Kameras bieten ein solches Raster im Rahmen des Live-View Modus, was die Komposition für Anfänger ungemein erleichtert.

Landschaftsbild Blumenfeld

Eine unterschiedliche Ebenengestaltung sowie die intensiven kontrastreichen Farben machen dieses Bild interessant. Zugegeben, man muss schon etwas suchen, um eine solche Location zu finden.

Wald am Spätnachmittag mit Licht und Schatten

Licht und Schatten lassen sich gerade im Wald wundervoll zu stimmungsvollen Bildkompositionen kombinieren. In morgentlichen Stunden mit leichtem Bodennebel wäre das Motiv ebenfalls interessant.

Landschaftsaufnahme Strasse mit Dynamik

Auch in dieser Aufnahme kommen wieder Licht und Schattenspiele zum Einsatz. Zudem bringt die Bewegung der Wolken eine interessante Dynamik in dieses herausragende Landschaftsfoto.

Was braucht ein Landschaftsfotograf für beeindruckende Bilder?

Landschaftsfotografen, die nur mit ihrer Kamera und ohne sonstige Ausrüstung unterwegs sind, werden selten herausragende Bilder vorweisen können. In der Fotografie von Landschaftsbildern, bei der die Belichtungszeiten durchaus lang sein können, ist gutes Zubehör daher von absoluter Wichtigkeit. Allem voran steht hier natürlich die Kamera. Digitalkameras für gute Landschaftsbilder sollten mindestens manuelle Einstellmöglichkeiten für den ISO-Wert, die Blende und auch die Belichtungszeit bieten.

Das Objektiv, mit dem die Kamera ausgerüstet ist, stellt einen wichtigen Faktor für gute Landschaftsbilder dar. Nach Möglichkeit sollte zu einer Kamera mit hochwertiger Optig gegriffen werden. Wir bei vielen anderen Bereichen der Fotografie ist auch bei Landschaftsbildern wichtig: je lichtstärker das Objektiv ist, desto besser. Viele Standard-Objektive sind oft schon in einem Kit enthalten (bei DSLR Kameras) und werden mit der Kamera geliefert. Für ambitionierte Fotografen jedoch kann es von Vorteil sein, einmal ein wertigeres Objektiv der gleichen Grösse zu testen und die Bildergebnisse miteinander zu vergleichen. Oft nämlich ist das Ergebnis des hochwertigeren Objektivs deutlich schärfer und schöner anzusehen.

Wald im Sonnenuntergang - Gegenlichtaufnahme

Ratsam ist es ausserdem, ein Stativ für die Landschaftsbilder zu verwenden. Es hält die Kamera während der gesamten Belichtungszeit ruhig und verhindert so unschöne Verwacklungen. Dass solche Verwacklungen auch schon beim Betätigen des Auslösers entstehen können, ist für viele Anfänger ein Graus, der sich jedoch leicht beheben lässt. Indem der Selbstauslöser der Kamera verwendet wird, haben die Verwacklungen keine Chance. Fotografen, die ganz sicher gehen wollen, nutzen einen Fernauslöser.

TIPP: Das Stativ sollte grundsätzlich auch vor Wind geschützt stehen. Fotografen, die während einer starken Brise Landschaften einfangen wollen, sollten ihr Stativ zusätzlich beschweren. Dies ist möglich, indem beispielsweise eine Tasche unten an das Stativ gehängt wird.

Architektur Aufnahme mit Polfilter

Landschaftsfotografen, die glauben, Filter kämen erst in Photoshop zum Tragen, liegen falsch. So gibt es Aufsatzfilter, die vorne auf das verwendete Objektiv aufgeschraubt oder - gesteckt werden können. Sie beeinflussen je nach Machart das Bildergebnis schon beim Fotografieren.

Ein Filter, der sich für Landschaftsbilder besonders gut eignet, ist der Verlauffilter. Dieser Aufsatz sorgt automatisch für eine ausbalancierte Lichtstimmung im Bild.

Auch der Polfilter kann - je nach Art der Fotografie - schöne Effekte auf das Bild zaubern und ermöglicht die Abschwächung unschöner Reflexionen. Gerade bei Aufnahmen mit viel sattem Grün lohnt sich ein Polfilter umso mehr, denn er mindert den Blaustich, den der Himmel sonst in Fotografien verursacht. Weiter mit Filtern geht es mit dem Neutralfilter. Er ermöglicht extrem lange Belichtungszeiten trotz hellen Tageslichts. Verschleierte Wolkenbilder oder auch imposante Aufnahmen von Flüssen lassen sich mit dem Neutralfilter aufnehmen.

Tipp: Bei Verwendung des Verlauffilters sollten Fotografen unbedingt einmal die dunklere Seite auf den Himmel richten. Dies ermöglicht stärkere Kontraste in diesem Bereich und somit beeindruckende Bildergebnisse. Wichtig ist es auch, diesen Filter immer am Horizont auszurichten.

Die richtigen Einstellungen für die Kamera

Bevor es mit Stativ, Kamera und Filter ausgestattet losgehen kann, ist auch die Einstellung der Kamera-Werte vor dem Fotografieren vorzunehmen. Im Menü ist es möglich, die Bildqualität einzustellen. Diese sollte auf möglichst hoch eingestellt werden. Je höher die Anzahl der Megapixel, desto detailreicher das spätere Bild.

Tipp: Fotografen, die später mehr aus ihren Bildern herausholen möchten, sollten unbedingt im RAW Format fotografieren. Vorstellen kann man sich das RAW Format wie ein Negativ, nur eben in digitaler Ausführung. Es erlaubt deutlich detailreichere Modifikationen.

Während ein hoher ISO-Wert bei der Sport- oder auch Peoplefotografie das Mittel der Wahl ist, sollte er bei der Landschaftsfotografie eher niedrig gesetzt werden. Für die längere Belichtungszeit, die hieraus resultiert, haben gut ausgestattete Fotografen ja das bereits erwähnte Stativ im Repertoire.

Schnecke mit Tiefenunschärfe

Um eine hohe Tiefenschärfe zu ermöglichen (dies ist in der Landschaftsfotografie absolut erwünscht), sollte die Blende der Kamera möglichst hoch eingestellt werden, sodass sie Vorder- und Hintergrund scharf darstellt.

Achtung! Besonders wichtig für die Einstellung der Blende ist folgendes Hintergrundwissen: Mit der hohen Blendeneinstellung ist das Einstellen einer grossen Blendenzahl gemeint. Dies mag gelegentlich verwirrend sein, denn im Fachjargon spricht man bei einer grossen Blendenzahl von einer "kleinen Blende".

Die hyperfokale Distanz bringt weitere Aspekte in die Einstellung der Kamerablende ein. Diese auszurechnen, ist allerdings ein kompliziertes Unterfangen, das gerade für Anfänger im Bereich der Landschaftsfotografie schnell müssig werden kann. Empfehlenswert ist es daher, einen Blendenwert zu nutzen, der zwischen neun und elf liegt. Hier passt in der Regel alles und auch die Schärfe ist wie gewünscht.